Neues Jahr, alte Muster? Warum Vorsätze scheitern und was wirklich Veränderung bringt
Die Zeit zwischen den Jahren fühlt sich für viele Menschen besonders an. Der Trubel lässt langsam nach, der Alltag wird leiser, und es entsteht Raum zum Innehalten. In den Rauhnächten, die für viele eine Zeit der Rückschau und Ausrichtung sind, geht es genau darum: nach innen zu schauen, Bilanz zu ziehen und zu spüren, was bleiben darf und was sich verändern soll.
Auch für mich sind die Rauhnächte seit Jahren eine sehr bewusste Zeit. Ich nutze sie für Meditationen, für Reflexion, Wünsche und für die Frage, wie ich mein Leben im kommenden Jahr gestalten möchte. Nicht aus Druck heraus, sondern aus Verbindung mit mir selbst.
Und genau in dieser Zeit tauchen sie fast automatisch auf: die Neujahrsvorsätze.
Warum wir uns zum Jahreswechsel so viel vornehmen
Der Jahreswechsel bringt oft Hoffnung mit sich. Das Gefühl, neu anfangen zu können. Dinge anders zu machen. Endlich mehr Raum für sich selbst zu schaffen.
Typische Vorsätze sind dann zum Beispiel:
mehr Sport treiben
sich gesünder ernähren
abnehmen
weniger Stress haben
sich mehr Zeit für sich nehmen
regelmäßig meditieren
Das sind keine oberflächlichen Wünsche. Sie entstehen meist aus einem ehrlichen Bedürfnis heraus. Aus Erschöpfung, aus dem Wunsch nach Veränderung, aus dem Gefühl, sich selbst im Alltag verloren zu haben. Gerade dann, wenn die Weihnachtszeit vielleicht noch einmal besonders stressig mit vielen Verpflichtungen war.
Und trotzdem scheitern viele dieser Vorsätze schneller, als uns lieb ist.
Warum Vorsätze so oft nicht lange anhalten
In meinen Coachings und Gesprächen mit Menschen, die etwas in ihrem Leben verändern möchten, zeigt sich immer wieder ein ähnliches Muster. Vorsätze scheitern selten, weil jemand nicht will. Sie scheitern aus anderen Gründen.
1. Die Ziele sind zu groß
Ich kenne das auch von mir selbst. Ich hatte mir einmal vorgenommen, mir jeden Tag 30 Minuten Zeit für mich zu nehmen und zu meditieren. Ein schönes Ziel. Realistisch war es allerdings nicht, als zu diesem Zeitpunkt Alleinerziehende mit einem Kleinkind, in Scheidung lebend, beruflicher Umorientierung und Ortswechsel. Es hat keinen einzigen Tag funktioniert.
Erst als ich mir erlaubt habe, klein anzufangen und mir fünf Minuten für mich zu nehmen, hat sich etwas verändert. Diese fünf Minuten waren machbar. Und vor allem waren es fünf Minuten die ich mir tatsächlich auch am Tag nehmen konnte, sogar schon am Morgen, ohne das Gefühl, es muss erst alles andere fertig sein, damit ich mir Zeit für mich nehmen darf.
Und genau dadurch konnte sich daraus mit der Zeit mehr entwickeln.
2. Der Alltag wird unterschätzt
Zwischen den Jahren fühlt sich vieles leichter an. Vielleicht ist Urlaub, vielleicht sind es ruhigere Tage, weniger Termine. In dieser Phase fällt es oft einfacher, neue Vorsätze umzusetzen.
Doch dann kommt der Alltag zurück. Arbeit, Familie, Verpflichtungen. Und plötzlich fehlt der Raum, den man sich vorgenommen hatte. Nicht, weil man gescheitert ist, sondern weil der Vorsatz nicht alltagstauglich gedacht war.
3. Die innere Haltung bleibt gleich
Viele Vorsätze verändern das Verhalten kurzfristig, aber nicht die Beziehung zu sich selbst. Wenn wir uns weiterhin selbst hinten anstellen, uns kritisieren oder nur funktionieren, wird auch ein neuer Vorsatz daran wenig ändern. Wenn immer erst alles andere oder alle Anderen wichtiger sind als du es dir bist, dann wird es schwierig etwas wirklich für dich umzusetzen.
Was wirklich Veränderung bringt
Veränderung beginnt selten mit Willenskraft. Sie beginnt mit einer inneren Entscheidung. Für mich war das der Moment, in dem ich mir erlaubt habe, mir selbst wichtig zu sein. Nicht erst, wenn alles andere erledigt ist, sondern mittendrin im Leben. Als ich mir erlaubt habe, mir direkt am Morgen fünf Minuten im Bett zu meditieren, anstatt aufzuspringen und dort anzufangen, wo ich am Vorabend aufgehört hatte.
Meditation hat mir dabei sehr geholfen. Sie ist mein täglicher Anker geworden. Nicht, weil ich perfekt meditiere oder jeden Tag gleich lange sitze, sondern weil sie mir hilft, immer wieder bei mir anzukommen.
Das ist kein allgemeingültiges Rezept. Für jeden Menschen kann der Weg ein anderer sein. Für mich war und ist Meditation jedoch ein kraftvolles Werkzeug, um mich selbst nicht mehr ständig an letzte Stelle zu setzen.
Vielleicht nimmst du dir die Zeit zu reflektieren, was deinen Wünschen im Weg steht. Wo du etwas an deiner inneren Einstellung ändern kannst. Was dir helfen kann.
Meditation als Begleitung, nicht als Vorsatz
Für mich war es Meditation als erster Schritt um wieder mehr bei mir anzukommen und um raus zu kommen aus dem Funktionsmodus.
Meditation funktioniert nicht als Pflicht und nicht als Projekt. Sie funktioniert dann, wenn sie sich dem Leben anpassen darf. Wenn sie Raum schafft in dir, statt Druck.
Gerade zum Jahreswechsel kann sie dabei helfen, Klarheit zu gewinnen, innezuhalten und bewusst neue Schritte zu gehen. Nicht aus dem Gefühl heraus, etwas reparieren zu müssen, sondern aus Verbindung mit sich selbst.
Ein sanfter Anfang
Wenn du spürst, dass du etwas verändern möchtest, darfst du es dir leicht machen. Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Kleine Schritte, kurze Meditationen und ein unterstützender Rahmen können einen großen Unterschied machen.
Einladung für dich
Wenn du das neue Jahr mit mehr Verbindung und weniger Druck beginnen möchtest, lade ich dich herzlich zu meinen kostenlosen Mini-Oasen ein. Dort begleite ich dich drei Tage mit kurzen, geführten Mini-Meditationen, perfekt für den Einstieg, die sich gut in den Alltag integrieren lassen.
Hier findest du alle Infos zu den Mini-Oasen.
Vielleicht geht es gar nicht um einen Vorsatz.
Vielleicht geht es einfach darum, dir selbst wieder ein Stück näherzukommen. 🤍
