Warum dein Nervensystem gerade kaum noch zur Ruhe kommt. Wenn im Außen alles laut wird, verlieren wir oft die Verbindung zu uns selbst
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Vielleicht merkst du es gerade selbst.
Der Alltag läuft weiter. Die Tage sind voll. Überall passiert etwas. Nachrichten, Social Media, Termine, Gedanken, Erwartungen. Selbst die ruhigen Momente fühlen sich oft nicht mehr wirklich ruhig an.
Und irgendwann merkt man plötzlich: Man funktioniert zwar noch. Aber man spürt sich selbst kaum noch richtig.
Genau so ging es mir in den letzten Monaten auch immer wieder.
Obwohl Meditation seit vielen Jahren ein großer Teil meines Lebens ist, habe ich gemerkt, dass selbst mir das „bei mir bleiben“ manchmal schwerfällt, wenn im Außen zu viel los ist.
Dass ich schneller wieder im Kopf bin. Mehr denke als fühle. Mehr funktioniere als wirklich wahrnehme.
Unser Nervensystem ist nicht für dauerhafte Reizüberflutung gemacht
Unser Nervensystem verarbeitet jeden Tag unzählige Reize. Geräusche, Informationen, Emotionen, Druck, Verantwortung, ständige Erreichbarkeit und die Geschwindigkeit, mit der alles passiert.
Dazu kommen oft auch Dinge, die wir nicht direkt sehen können, aber trotzdem spüren.
Viele Menschen haben gerade das Gefühl, innerlich unruhiger zu sein. Sensibler. Emotionaler. Schneller erschöpft. Als würde ständig etwas „an“ sein. Und auch wenn nicht alles wissenschaftlich erklärbar ist, glaube ich persönlich, dass viele Menschen gerade sehr deutlich merken, wie stark sich Energien und Stimmungen im Außen auf das eigene Innere auswirken können.
Gleichzeitig gibt es aber auch eine klare körperliche Ebene dahinter. Beispielsweise habe ich gerade immer wieder mit körperlichen Wehwehchen, die ich mit Stress in Verbindung bringen kann.
Wenn unser Nervensystem dauerhaft unter Spannung steht, bleibt der Körper oft unbewusst in einer Art Alarmzustand. Gedanken kreisen schneller. Der Schlaf wird unruhiger. Man ist schneller gereizt oder erschöpft.
Und selbst ruhige Momente fühlen sich innerlich manchmal nicht wirklich ruhig an.
Genau deshalb helfen oft schon wenige Minuten bewusste Ruhe als Anfang.
Ein paar tiefe Atemzüge immer wieder über den Tag verteilt, dabei ein kurzes Innehalten, mal wahrnehmen, was gerade ist. Schon unser Bewusstsein darüber, was bei uns so den ganzen Tag passiert und das ganz bewusste ausklinken daraus für ein paar Momente, ändert schon etwas.
Aber auch eine kurze Meditation oder ganz gezielt die Aufmerksamkeit wieder zurück in den Körper bringen. In den Körper hineinzuspüren. Und dann da sein zu lassen. Zu akzeptieren was ist, anstatt weg zu drücken oder in den Widerstand zu gehen.
Denn erst wenn unser Nervensystem wieder Sicherheit spürt, können wir wirklich entspannen.
Warum sich meine eigene Meditationspraxis verändert hat
Früher habe ich selbst sehr viele geführte Meditationen gemacht. Reisen. Visualisierungen. Tiefe innere Bilder.
Und ich liebe diese Art von Meditation immer noch sehr. Ich liebe es auch weiterhin, Menschen durch Meditationen zu begleiten.
Aber etwas hat sich verändert. Nicht von heute auf morgen, sondern im Lauf der Zeit wie ein Prozess. Dadurch zieht es mich selbst immer mehr zu ganz einfachen Meditationen zurück.
Zu Stille.
Zu meinem Atem.
Zu einer Hand auf meinem Herzen und in Verbindung damit.
Zu meiner Intuition indem ich Fragen in die Stille gebe.
Zu dem Gefühl, wieder mit der Erde verbunden zu sein.
Oder einfach dazu, mich nach oben auszurichten und wieder mehr ins Fühlen zu kommen.
Zu Momenten, in denen ich nicht ständig neuen Input bekomme, sondern einfach nur wahrnehme, was eigentlich gerade in mir los ist.
Und vielleicht brauchen wir genau das gerade wieder mehr. Vielleicht bist du bis an diese Stelle des Beitrages gekommen, weil es dir gerade auch so geht?!
Du willst nicht noch mehr Methoden. Nicht noch mehr Optimierung und vor allem nicht noch mehr Input!
Sondern kleine bewusste Momente, in denen unser Nervensystem überhaupt erst wieder merkt:
Ich bin sicher. Ich darf langsamer werden. Ich darf mich wieder spüren.
Meditation muss nicht perfekt sein
Viele Menschen denken bei Meditation immer noch, dass sie dafür perfekt still sitzen müssen oder sofort „nichts mehr denken“ dürfen.
Dabei beginnt Meditation manchmal einfach nur damit, kurz innezuhalten.
Einmal bewusst zu atmen. Die Augen zu schließen. Und für einen Moment wieder versuchen bei sich selbst anzukommen.
Das Handy auch mal wegzulegen, auch oder gerade wenn, es Geräusche macht. Schau mal ob dir das schwerfällt und was dabei in deinem Inneren passiert. Auch ganz spannend.
Warum sich auch mein Kurs verändert hat
Genau deshalb verändert sich auch mein Meditationskurs „Morgenritual für deine Seele“ gerade.
Es geht dort nicht mehr darum, perfekt meditieren zu lernen oder eine strenge Morgenroutine aufzubauen. Natürlich kann sich jeder dazu auch noch die vorhandenen Videos anschauen aber darum geht es jetzt nicht mehr primär. Es geht vielmehr darum, dir jeden Tag ein paar Minuten nur für dich selbst zu schenken.
Ein kleiner Anker am Morgen.
Ein Moment der Ruhe. Ein Moment, in dem du dich selbst wieder hören kannst zwischen all dem Lärm im Außen.
Mit geführten Meditationen, aber auch mit mehr Raum für Stille, Fühlen, Verbinden und einfach Sein.
Denn ich glaube, dass wir gerade nicht noch mehr Druck brauchen. Sondern mehr echte Verbindung zu uns selbst.
Falls es dich interessiert, kannst du hier nach dem Kurs schauen und wann er das nächste Mal startet. Ich freu mich auf dich.
Ansonsten hoffe ich, du fühlst dich gerade verstanden wenn sich bei dir auch gerade viel tut. Nimm dir ein paar Momente wie oben beschrieben, komm in die Stille und sei gespannt, was passiert.
Wenn du mir erzählen magst, ob es dir gerade auch so geht, dann freue ich mich auch immer über Mails unter jana@janaknutzen.de
Herzensgrüße Jana
